Tipps&Tricks einer Trauzeugin #5 – der Hochzeitstag

Geschrieben am 19.11.2016

Mein Trauzeuginnen-Dasein hatte am 10.9.2016 seinen Höhepunkt erreicht. Wenn ich daran zurückdenke, dann mit einem lächelnden und einem weinenden Auge.

Was ist alles noch in den Wochen und Tagen vor der Hochzeit passiert? Ich habe das Brautpaar natürlich fleißig bei den letzten Handgriffen unterstützt, die letzten Feinheiten geklärt und vorbereitet. Nächtelang in unserer Werkstatt die noch fehlenden Dekorationselemente gefertigt. Ich muss euch sagen, wir haben uns wirklich Mühe gegeben und es war richtig viel Arbeit – aber ich würde es jederzeit wieder tun! :-)

10.9.2016, 9 Uhr in Rust. Die Braut, eine der Bridesmaids und ich sowie der Bräutigam mit seinem Trauzeugen haben bereits die Nacht vor der Hochzeit in Rust im Mooslechners Bürgerhaus (einfach nur zuckersüß und sowas von zu empfehlen!) übernachtet. Am nächsten Morgen 9 Uhr trafen bereits die restlichen Bridesmaids zum gemütlichen Brunch ein – naja ‚gemütlich‘ – wir waren ja doch schon alle etwas nervös. Um 10 Uhr standen bereits die Stylingdamen in der Tür und eine nach der anderen wurde aufgehübscht. In der Zwischenzeit huschte ich immer wieder rüber in den Seehof, wo die Trauung stattfand, um Katharina, die an diesem Tag die Koordination ganz alleine auf sich nahm, mit den finalen Vorbereitungen zu unterstützen. Im Zimmer der Braut gab es immer wieder ein Gläschen Champagner – nicht im schönen Glas sondern ganz stylisch im ‚Plastikbecher‘, denn jede von uns hatte noch einen solchen mit seinem Namen und seiner ‚Funktion‘ eingraviert als Geschenk von der Braut bekommen. Und wir haben sogar noch ein Geschenk von der Braut bekommen – ein zartes Armband, passend mit der Farbe unserer Kleider. :-)
Wenn wir schon bei den Geschenken sind…die Braut hatte auch noch so einige bekommen.
Geschenk Nummer eins an diesem Tag war eine zarte Armkette von ANNA – mit Gravur und einem Wunschknoten in blau – Tada wir haben schon mal was Blaues!
Geschenk Nummer zwei: das Strumpfband – aufgepept mit Glitzersteinen. – Tada, etwas Neues!
Geschenk Nummer drei kam von der Brautmutter: Halskette und Ohrringe passend zum Outfit – Oh, noch etwas Neues – doppelt hält besser!
Geliehen und alt war ein wunderschöner Ring der Urlioma der Braut, der am Brautstrauß befestigt wurde.
Außerdem noch ein ‚Emergency Kit‘ mit wichtigen Utensilien (TicTac, Deo, Lippenbalsam, etc.) und ein Bild ‚Kiss the Miss Goodbye‘ mit Küssen von uns Bridesmaids.
Im Zimmer der Männer ging es währenddessen ein wenig ruhiger zu…


Alle Geschenke waren übergeben, alle Mädls fertig gestylt und angezogen. Nun noch ein paar Fotos und schon geht es los in Richtung Seehof, wo die Trauung stattfand. Katharina hatte den Überblick und im Hintergrund alles fest im Griff. Bis zu dem Zeitpunkt, wo wir uns für den Einzug aufstellten, hatte ich meine Emotionen fest im Griff. Den ganzen Vormittag lang hatte ich immer nur daran gedacht, nicht nervös oder zu emotional zu wirken, um die Braut nicht aus der Ruhe zu bringen. Das habe ich auch wirklich gut geschafft. Doch ab dem Zeitpunkt, als die Sängerin zu singen began und wir losschreiteten, ging es nicht mehr und mir schossen die Tränen ins Gesicht. Ein Moment, den man nicht in Worte fassen kann.


Die Trauung war sehr emotional, romantisch und einfach schön. Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Natürlich nicht, bisher hatte auch noch niemand, der mir so nahe stand, JA gesagt. Aber abgesehen davon war es im Ganzen einfach wunderschön – ich denke für alle. Ich war einfach überglücklich, dass meine besten Freunde sich zu diesem Schritt entschlossen haben und ich dies bezeugen durfte!

Nach der Trauung folgten natürlich die Glückwünsche und die Agape. Die Stimmung bei der Agape war bereits sehr locker und ausgelassen. Die beiden Sänger Tanja und Dino waren einfach perfekt und heizten der Hochzeitsgesellschaft fest ein und es wurde schon fleißig getanzt.


Wir konnten es uns natürlich nicht verkneifen auch eine Hochzeitszeitung anzufertigen. Jedoch keine einfache Hochzeitszeitung, wie man sie hunderte Mal im Internet findet. Wir haben dazu den Meine Kronenzeitung Simulator verwendet – war erstens ganz witzig und zweitens stellte es eine besondere Verbindung zum Brautpaar dar. Puuuhhh die Zeitung zu erstellen war allerdings wirklich viel viel Arbeit und zeitweise sehr mühsam. Wir haben uns wirklich tolle und lustige Artikel überlegt. Ein Auszug aus den Überschriften: Betrunkene Frau droht abzustürzen, Rich Kids jetten um die Welt, und so weiter. Einfach ganz individuell und witzig auf das Brautpaar bezogen. Wenn ihr auch eine Hochzeitszeitung plant und vor allem eine, die wirklich individuell und nicht ‚Standard‘ ist, dann nehmt euch viel Zeit und beginnt rechtzeitig – es ist am Ende doch mehr Arbeit als man denkt. Überhaupt wenn man Perfektionistin ist…obwohl uns sogar trotz 6-Augen-Prinzip ein kleiner Tippfehler unterlaufen ist. :-)
Tja und wie inszeniert man den Verteilung der Zeitung nun auf lustige Weise und so, dass es jeder mitbekommt und keiner aus kann?
Man nehme zwei KronenZeitungs Jacken, zwei Burschen mit Charme und los gehts…der Erlös des Zeitungsverkauftes ging natürlich ans frischgebackene Ehepaar.


Nach der Trauung und der stimmungsvollen Agape, bei der es außerdem noch das Brautstraußwerfen, Tortenanschnitt und Gruppenfoto gab, ging es zwischenzeitlich für das Brautpaar und uns beiden Trauzeugen zu den Portraitfotos. Währenddessen machten sich die Gäste auf den Weg zum Seerestaurant Katamaran, wo die anschließende Feier stattfand. Der etwa 20 minütige Fußweg wurde als eine Art ‚Schnitzeljagd‘ aufgebaut und die Bridesmaids und Groomsmen standen schon an ihren Stationen bereit und hatten einige Goodies (Flipflops, Blasenpflaster, Schnaps, etc.) für die Gäste parat.

Im Seerestaurant Katamaran angekommen, wurden die Gäste mit Aperitifen begrüßt. Die Fotobox war bereits aktiv und von Beginn an fleißig in Betrieb. In der Zwischenzeit wurden noch ein paar Fotos mit den Bridesmaids und Groomsmen geschossen sowie mit der Familie und dann ging es auch schon zur Feierlocation.


Angekommen beid er Location gab es dann für das Brautpaar noch eine kleine Aufgabe zu bewältigen. Wir Trauzeugen wollten ihnen dann schon noch eine kleine Aufgabe stellen. Doch wir entschieden uns nicht für Baumstammsägen oder Herz ausschneiden, sondern liesen die beiden mit einer witzigen Aufmachung drumherum ‚Nageln‘, was sich auch ganz gut traf, da sie vor kurzem den Hausbau abgeschlossen hatten.


Kurz darauf wurden die Gäste in den Saal gebeten, nur der Brauttisch und der Tisch der Bridesmaids und Groomsmen mussten noch kurz warten, denn sie hatten einen einstudierten Einzug. Zum Lied ‚Anything Could Happen‘ tanzten wir nacheinander einfallsreich in den Saal, bis zum Schluss das Brautpaar hineintanzte. Ein gelungener Auftakt für den weiteren Abend!

Während des überaus leckeren Dinners gab es natürlich die ein oder andere Rede. Der Brautvater und die Bräutigammutter haben bereits gesprochen. Ich war dann wohl als nächstes an der Reihe und ergriff die Chance. Ich hatte mir keine Rede vorbereitet. Ich hatte lediglich ein paar Stichworte aufgeschrieben, um ein wenig ein Konzept zu haben. Ich habe meine Worte wirklich aus dem Herzen gewählt und ich denke, das kam auch an. Bereits nach den Worten ‚Liebes Brautpaar‘ kullerten schon wieder die Tränen :-) Schlussendlich nicht nur bei mir.


Nicht lange gewartet, startete das Brautpaar mit ihrem Eröffnungstanz. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Tische zur Seite gerückt und der Saal verwandelte sich in eine große Tanzfläche.

Wie es sich gehört, gab es natürlich von unserer Seite noch eine Überraschung für das Brautpaar. Im Vorhinein hatte ich die Braut schon etwas nervös gemacht in Bezug auf peinliche Spiele etc. Doch nein – wir haben natürlich kein Spiel geplant, wir wussten ja, dass Braut und Bräutigam das nicht wollen. Wir Bridesmaids und Groomsmen hatten einen Flashmob vorbereitet. Ein 8 Minuten langer Tanz zu fünf verschiedenen Liedern. Nachtschicht Opener – Danza- Call me maybe – Hulapalu (Unsere Lieblingsstelle – wird nun von allen immer getanzt, wenn das Lied ertönt), Johnny Dääp (Oh ja, ein Song den es auf Malle rauf und runter spielt) & Marry you. Die Menge tobte und es hatte so viel Spaß gemacht. Die Überraschung für das Brautpaar ist wirklich gelungen und man sah ihnen die Freude darüber richtig an!


Danach wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und wäre um 6 Uhr morgens nicht Sperrstunde gewesen, hätten wir bestimmt noch länger gefeiert!

Es war ein sehr emotionaler und wirklich schöner, gelungener Tag. Von den Vorbereitungen, über die Trauung, die stimmungsvolle Agape, das super Essen und die mega Party danach – einfach perfekt.

Was ich an diesem Tag wieder einmal gemerkt habe, ist dass man als Trauzeugin, Brautjungfer o.ä. sehr emotional bei der ganzen Sache dabei ist. Selbst wenn man den Plan perfekt im Kopf hat – kann es schon mal dazu kommen, dass etwas vergessen wird. Man kann einfach viel gelassener (obwohl ich das beruflich bedingt nicht ganz konnte :-) ) abschalten und die Feier genießen . DANKE meiner lieben Schwester KATHARINA für die Unterstützung im Hintergrund. Es war mega viel zu tun und du hast das alleine perfekt gemeistert. <3

Auch ein großes DANKE an das tolle Team, das diese Hochzeit so schön gemacht hat – Doro, Conny, Tanja und Dino, Gerry und Alexandra, Christian und alle anderen beteiligten! :-)
Papeterie: deliciouswedding
Floristik: Florietta Meisterfloristik
Gesang: Tanja Petrasek und Dino Banjanovic
Foto: Gerry Mayer-Rohrmoser
DJ: Christian Sprinzl – SALB Veranstaltungstechnik & DJ’s
Make Up & Hair: Bettina Nowotny  & Desirée – die pinselschwingende Desifee

Wie gesagt, mein Trauzeuginnen-Dasein hatte seinen Höhepunkt. Ich wünsche jedem, der diese wundervolle Aufgabe einmal bekommt, ganz ganz viel Spaß und Freude Dinge vorzubereiten und durchzuführen. Das wichtigste ist, dass sich das Brautpaar wohlfühlt und man sollte alles dafür tun, dass es auch so ist!
…und ob ich jetzt den Titel der besten Trauzeugin verdient habe? Das hoffe ich doch! :-)

(c) Gerry Mayer-Rohrmoser

(c) Gerry Mayer-Rohrmoser